Wir verteidigen uns

Peter Paul Rubens - The Battle of the Amazons (Quelle: Wikipaintings)

Zum Ernst der Lage ein Beitrag von Harmadillo

Die NATO muß die Ukraine verteidigen. Russland muß sich gegen die NATO verteidigen und Deutschland verteidigt seine Freiheit am Hindukusch. Wenn es irgendein Wort gibt, dass klötenlose Marketingpolitiker öfter mißbrauchen als „verteidigen“, dann ist das allerhöchstens „Arbeitsplätze“. Womit sie natürlich nicht ihre eigenen Arbeitsplätze meinen, sondern was der Pöbel auch immer treibt um an Geld zu gelangen.

Wer heute „verteidigen“ in den Mund nimmt, könnte genauso gut auf einem schön braunen Kackehaufen herumkauen und behaupten es sei ein exzellentes Steak. Wir müssen bei diesem Wort garnicht mehr George Orwells Neusprech bemühen, George Orwell war im Vergleich zu den Marketingexperten unserer Zeit ein intellektuelles Krippenkind, dass man noch den Topf erklären mußte.

Wenn also ein Politiker „verteidigen“ sagt, dann meint er damit den Abwurf von Bomben, den Einmarsch in anderen Ländern und das Abschlachten von – wahlweise – unbeteiligten Zivilisten, Andersdenkenden oder sonstigen Personen, die aus Versehen, den Panzern, Helikoptern und Drohnen im Weg stehen.

Früher hätte man so etwas „angreifen“ genannt, hätte Paraden für die Berufsmörder abgehalten und die Schlachtplatte anschließend ethnisch gesäubert. Heute wird „verteidigt“, „PTSD behandelt“ und anschließend „Sicherheits- und Stabilisierungsmaßnahmen ergriffen“. Die PR-Abteilungen der „Verteidigungs“-Ministerien haben in repräsentativen Umfragen herausgefunden, das solche Scheiße glatt runtergeht und alle politischen Gesellschafter fühlen sich nachher gut dabei.

Wenn also dieses Jahr der pazifistische Ringelreihen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs stattfindet, dann wissen wir dass der heutige Mensch dem Menschen von 1914 ausschließlich in seiner politischen Naivität überlegen ist.

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