Die Liebe zum Brot

Evaristo Baschenis - Boy with a basket of bread (Quelle: Wikimedia Commons)

Jens hatte immer ein harmonisches Verhältnis zu seinem Brot. Er hatte es zufällig in der Bäckerei kennengelernt und es war Liebe auf den ersten Blick. Jens bestand immer darauf, dass es nicht nur die feste Kruste und die weichen Rundungen seien, die ihn zu seinem Brot hingezogen hatten. Immer wieder bestand er darauf, dass er sich ausgezeichnet mit seinem Brot unterhalten konnte.

Deswegen beteuert er auf Nachfrage auch, dass es nicht die Äußerlichkeiten sind, die die Beziehung zu seinem Brot geprägt haben. Krümel und leichter Schimmelbefall sind Bestandteile eines natürlich Altersprozesses. Es gibt andere Gründe, die Jens nachdenklich gemacht haben: Er sprach davon, dass sein Brot hart und unachgiebig geworden sei. Jens vermisste die frühere Flexibilität. Vielleicht waren auch seine Erwartungen an eine feste Beziehung übertrieben. Nicht jeder Mensch ist dafür gemacht, dass er jeden Tag mit Brot verbringt.

Nach der Trennung sagte er immer wieder, wie schwer ihm diese gefallen sei. Dabei muß man darauf hinweisen, dass es eigentlich er war, der die Beziehung beendete, indem er sein Brot einfach rausgeschmissen hatte. Er hat sich sehr schnell mit einem frischen Croissant getröstet. Es wird sich zeigen müssen, ob das länger hält.

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