Der Geschmack von Asche

Carl Spitzweg - Eremit, ein Hühnchen bratend (Quelle: Wikimedia Commons)

Auch dieses Jahr ist Deutschen Leibspeise auf dem Grill Asche. Nur knapp gefolgt von Ruß. Würstchen, Holzfällersteaks, Auberginen und Lachs finden sich hingegen weit abgeschlagen. Der Trend zur Asche erklären Kulinariker mit der Verbreitung von Hochleistungsgrills. „Der Trend geht eindeutig zur Höchsttemperaturen,“ sagt dazu beispielsweise der Grillexperte und bekannte Pyroklastiker Dr. Reinhard Freuich. „Die Deutschen sind ungeduldig. Sie wollen in mindestens 2 Minuten ihr Steak verbrannt haben.“

Doch Spitzenköche weisen auf die Schattenseiten dieser Entwicklung hin: „Asche ist nicht gleich Asche,“ meint dazu etwa Eduard Steinreuther vom gefeierten Grill Royal in Prinsdorf. „Früher haben Griller sorgfältig auf eine schonende Zubereitung geachtet, heute werden Zutaten einfach wild miteinander gemischt. Das führt dann dazu, dass karbonisierte Würstchen zusammen mit halbverbranntem Käse und verrußtem Gemüse serviert werden. Das glaubt man als Koch erst einmal garnicht.“

Deshalb sein Tip: Auf qualitativ hochwertige Zutaten achten, die über der 1200°C heißen, mit Brandbeschleunigern und Hochleistungsgebläsen angefeuerten Flamme schnell und zuverlässig verbrennen. „Nur dann kann man sich sicher sein, dass sich alle Grillware zuverlässig in identisch schmeckende, gleichmäßig schwarze Bricketts verwandelt.“

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