Untot in Sachsen

Bernardo Bellotto - Zwinger Waterway (Dresden) (Quelle: Wikimedia Commons)

Zum Ergebnis der sächsischen Landtagswahl ein Kommentar von Harmadillo:

Als die SPD mit Gerhard Schröders Agendapolitik die letzten sozial-demokratischen Überreste über Bord des kapitalistischen Schiffes BRD warfen, freuten sich das bürgerlich-konservative Schlaflager über die anschließende Selbstzerfleischung der Partei. Schon damals war abzusehen, dass den in kulturellen Parrallelwelten hausierenden Parteikarrieristen der Konservativen und den Bürgerlichen, spätestens nach dem Body Reality Checks mit der gesellschaftlichen Gegenwart, genau dasselbe bevorstehen würde.

Nun hat es zuerst die Bürgerlichen erwischt: Die „Spaßpartei“ FDP verschwindet – nach dem Bundestag – auch aus einem weiteren Landesparlament und aus ihrer letzten Regierungsbeteiligung. Stattdessen zieht der reaktionär-nationalistische-esoterische Antiquitätenladen Alternative für Deutschland in den sächsischen Landtag ein.

Dies ist allerdings nur der erste strategische Schritt: Denn bis auf ein paar nebensätzliche Scharmützel hat die AfD die CDU bisher noch nicht angetastet. Das mag in aktuellen Fall lokal an dem sächsischen Angela Merkel-Repräsentanten, CDU-Ministerpräsident Stanislaw „Charme eines Kühlschrankes“ Tillich, liegen oder daran, dass viele Wähler ihre Stimme noch nicht an einen Glücksritterpartei wie die AfD vergeben wollten. Doch das wird sich spätestens jetzt ändern: Wer ab jetzt die AfD wählt, wählt eine Partei, die ihre Befestigungen in Stellung gebracht hat, auch wenn sie dazu noch die Unterstützung des lokalen Heims für geistig Minderbemittelte in Anspruch nehmen mußte.

Da die CDU bisher nicht die weiße Fahne der gemeinsamen Koalition geschwenkt hat, kann die verfestigte AfD jetzt in Ruhe ihre Artillerie gegen die CDU in Stellung bringen. Spätestens wenn die CDU ihre einziges schlagkräftiges Argument, auch bekannt als Angela Merkel, verlieren wird, werden Richtungs- und Personalstreitereien die volksparteilichen Bastionen schleifen.

Nein, der Vormarsch der AfD hat gerade erst begonnen und das ganze linke Gesocks wird sich noch wünschen, die CDU hätte ein schärferes konservatives Profil.

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5 Antworten zu Untot in Sachsen

  1. alphachamber schreibt:

    Das deutsche Parteienrecht und seine etablierten Parteien verschleiern seit Beginn den wahren Volkswillen. Es lässt sich nicht erkennen, ob die Menschen z.B. CDU wählen weil sie positiv hinter ihrer Politik stehen, oder die Politik der anderen zu verhindern suchen. Nur Direktwahl/Mandate mit einfacher Mehrheit könnte die Wahrheit zeigen – aber vor der haben die Deutschen Angst.

    • kaminkatze schreibt:

      Sehr geehrter Herr Alphachamber,

      Sie haben vollkommen recht. Wenn der Deutsche sich vor etwas fürchtet, dann vor der Veränderung. Die AfD selber dürfte das derzeit erschreckendste Beispiel dafür sein.

  2. lostsoul schreibt:

    Bei der bürokratischen Lage weiss der otto-normal-verbraucher gar nicht mehr, was oder wen er wählen soll.

  3. Pingback: Untot in Bayern | kaminkatze – satiere

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