Expertengespräch zur Schottischen Unabhängigkeit

David Farquharson - The End of the Day's Fishing (Scottish Highlands) (Quelle: Wikimedia Commons)

Das derzeit laufende Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands motivierte das kaminkatze.de-Reporterteam sich nach einem Experten für das Thema umzusehen. Nachdem sich das Team in den Schottischen Highlands verirrt hatte und nach tagelangem Genuß von Fish’n Chips bereits Mangelerscheinungen zeigte, fand es endlich ein geschichtsbewandertes Monster am Strand von Loch Ness.

Das überaus schrecklich aussehende Monster lud das Team zu einem abendlichen Whiskey ein und reflektierte dann über die Geomorphologie und die Formation von Gneis im Kambrium als Ursprung Schottlands. Leider kannte das Monster diese nur vom Hörensagen. Beim zweiten Glas begann es dann aber überaus erkenntnisreich aus der eigenen Erinnerung über die Kaledonische Gebirgsbildung zu plaudern. Gerade dies war von großem Interesse für uns, da Schottland damals noch Teil des Paleokontinents Gondwana war. Wie war damals das Verhältnis zu Gondwana? Wie kam es zur Abspaltung? Welche Schlüsse lassen sich daraus für die Gegenwart ziehen?

Dies brachte uns bei einem weiteren Glas auf die Highland Boundary Fault zu sprechen, deren Bedeutung als Grenzlinie zwischen High- und Lowlands viel zu selten zur Sprache gebracht wird. Gerade die Tatsache, dass es trotz der extremen auseinandertreibenden Kräfte in jener Zeit nicht zu einer Trennung des Landes kam, war ausgesprochen spannend und wirft gerade jetzt die Frage auf, ob die Trennungsbestrebungen im Zeitalter des Devon als politisches Modell für eine gemeinsame Zukunft des Vereinigten Königreiches dienen könnte.

Beim vierten und fünften Glas versuchten wir das Gespräch mehr auf die Gegenwart zu lenken. Allerdings wollte das Monster das Tertiär nicht unbeachtet lassen, in dem sich Schottland in einer äußerst gewalttätigen Abspaltungsbewegung von Nordamerika trennte. Vor allem der nachfolgende Vulkanismus auf den Hebriden, die sich nicht mit ihrem neuen Status als Inseln abfinden wollten, zeigt, wie gefährlich das heutige Referendum sein kann.

Irgendwann nach dem sechsten Glas fiel dann unser Aufzeichnungsgerät aus, während wir gerade die nachfolgende Erosion der schottischen Landschaft erörterten. Die Diskussionsbeiträge zwischen dem siebten und dem zwölften Glas lassen sich leider nicht mehr rekonstruieren, so dass wir schließlich in der Morgendämmerung das Gespräch abbrechen mußten. Abschließend konnte unser Team allerdings feststellen, dass die Frage der schottischen Unabhängigkeit langanhaltende Kopfschmerzen verursacht.

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