Trauer um den Verfassungsschutz

Albert Anker - A child's funeral (Quelle: Wikimedia Commons)

Zu den neuen Vorwürfen gegen den Bundesverfassungsschutz und dessen Mitschuld an den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ein Kommentar von unserem Mitarbeiter Jaulund:

Wie kann uns der Verfassungsschutz das antun? Gerade waren wir dabei den NSU-Sumpf trockenzulegen und dann zeigt sich, dass auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die Abgeordneten belogen hat. 6 lange Jahren lang haben sie einfach verschwiegen gehabt, dass sie einen Hinweis auf etwas namens „NSU“ hatten. Die jetzige Begründung, ist dass sie einfach vergessen haben eine verfassungsfeindliche Organisation zu recherchieren, weil ein Zusammenhang zwischen einer „NSDAP“, einem „Adolf Hitler“ und einer „NSU“ selbstverständlich auch ganz andere Dinge bedeuten kann, als dass da irgendetwas verfassungsfeindliches vor sich gehen könnte.

Im Kern dieses fatalen Irrtums steht dabei der V-Mann Corelli und seine Verbindung zum NSU. Das hat man vergessen den Untersuchungsausschüssen mitzuteilen. Natürlich muß dennoch man mit voreiligen Schlüssen vorsichtig sein. Corelli ist erst dieses Jahr unter ausgesprochen bedauerlichen Umständen tragischerweise an einer unentdeckten Krankheit gestorben. Da muß man Pietät walten lassen. Sicherlich hat dies einige der Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, die eng mit Corelli zusammengearbeitet haben, hart getroffen. In solch einer Trauerphase geht so manch ein Detail unter. Das ist menschlich, allzu menschlich. Und wir dürfen niemals vergessen: Der Verfassungsschutz, dass sind erst einmal Menschen, die ihr bestes geben die Verfassung zu schützen. Immer und immer wieder.

Gerade deswegen müssen sie Respekt vor den Gesetzen haben, es gehört nicht nur zu ihrem Beruf. Nein! Es gehört zu ihrer Berufung! Nicht so wie der BND, der ja nur das Ausland ausspioniert und sich deswegen nicht an Gesetze halten muß. Aber der Verfassungsschutz! Sicherlich hat der eine oder andere mehr die Verfassung im Blick als die Bevölkerung. Sowas kommt vor. Das ist bedauerlich. Das kann aber korrigiert werden, indem man diesen Menschen einfach mal gut zuhört, mit ihnen spricht. Wie erschreckend ist die Vorstellung, dass sie den Souverän bei solch einem Gespräch einfach belügen. Mir steigen bei der bloßen Vorstellung die Tränen in die Augen. Lieben die Geheimdienstler uns nicht alle?

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