Die Sphären des Wahnsinns

Tony Robert-Fleury - Philippe Pinel à la Salpêtrière (Quelle: Wikimedia Commons)

Aus aktuellem Anlaß haben wir den bekannten Psychologen und Soziologen Dr. Eichhorn zu einer wissenschaftlichen Einschätzung der möglichen Präventionsmaßnahmen im Falle von Radikalisierung unter Deutschen Jugendlichen gebeten. Die Einleitung zu seinem beeindruckenden 1228seitigen Essay wollen wir hier in voller Länge wiedergeben:

Die postmoderne, monadische Präsenzwelt, Aufenthalts- und dichotomischer Lebensraum des illusorisch-aufgeklärten, biologisch teildeterminierten Individuums verlangt in seiner gesellschaftlich notwendigen sozialen Segmentierung, deren geographisch-politische Ausgestaltung wir ganzheitlich nur in in der Historiographie, ausgehend davon, dass eine perzeptive Darstellung überhaupt möglich ist, und somit in der retroaktiven Projektion wahrnehmen können, ein psychologisch-soziales Bewußtseinsschisma, das keinesfalls als Einengung, sondern vielmehr als adaptives Verhalten innerhalb der Gruppenbildung, ausgehend von der tribalistischen Zusammensetzung und aktiver, wie passiver adaptiver Transformation der hierarchischen Strukturen, denen eine soziologische Relevanz attestiert werden kann, bis hineingehend in die familiär-verwandschaftlichen Mikrostrukturen, betrachtet werden muß, das geradezu zwingend eine psychopatologische Dissonanz erfordert, deren Expression die Sphären des Wahnsinns sind.

Diese Sphären, vielfach auch als „Blasen“ bezeichnet – wobei dieser in der Philosophie gewählte Begriff, der Komplexität des Themas nicht angemessen ist und damit nur die skeptizistische Analyse die Verwendung ermöglicht, soweit denn nicht proaktive Filter ausschließlich den emetischen Gebrauch zuläßt – begünstigen die kognitive Spaltung der mentalen Absorption des Individuums in diskrete Einheiten, deren interne Logik, offenbart in der semantischen Expression, sowie der Gebrauchsgrammatik, soweit dieser der Sozial-Linguistik überhaupt bekannt – was deren Signifikanz allerdings nicht falsifiziert, allerdings genauere Studien einfordert – einer schizoiden Störung nicht unähnlich, fordern eine psychopathologische Translokation ebenso ein, wie sie ermöglichen, unter der Vorraussetzung, dass das Individuum nicht einer autonomistischen-sozialen Störung unterliegt – deren graduelle Komponente hier ausdrücklich anerkannt sein soll.

Die soziale Gruppe an sich, als sozialer Ausdruck, wie auch als Element individualistischer Lebensgestaltung, wobei hierbei von der Annahme einer neutral-freiheitlichen, wobei dieser Begriff nicht im gleichen Kontext verwendet werden soll wie in der Politologie, Grundordnung ausgegangen werden soll, soll hierbei nicht – entgegen Vorhaltungen aus den Kreisen der Philosophie, deren Kompetenz in der neuropsychogisch-soziologischen Debatte kritische betrachtet werden muß – als exklusive Distinktionskriterium, sondern vielmehr als Teilaspekt, verstanden werden, das aber ebenso von Anforderungen der bloßen Geografie, wie etwa im Kontext der Urbanistik und der Arbeitsplatzsoziologie, wie auch der sozialer Exklusionsmechanismen und anderer Faktoren definiert wird, um somit einen Universalitätsanspruch zu erreichen, die eine annähernde Überlappung, Überschneidung, bis zur Synonymisierung der Begriffe „Sphäre“ und „Gruppe“ erreichen soll.

Die Relevanz der Sphären liegt hierbei in ihrer psychopathologischen Distinktion, also des beobachteten, Norm-abweichenden Verhaltens als Symptom eines regressiven, isolationistischen Kodex innerhalb einer geschlossenen sozialen Einheit, und in ihrer diagnostischen Relevanz vor allem in der möglichen Therapie, deren praktische situative Umsetzung hier als eine hypothetische Prämisse anzunehmen ist, um die weitere Fragmentierung der Gesellschaft anhand nicht in Bezug auf soziale Normen oder linguistische Abweichungen, sondern auch der psychologischen Muster, soweit dies politisch-kontextuell als wünschenswert betrachtet wird, aber hypothetisch angestrebt wird, so dass ein therapeutischer Ansatz in der Sozialisierung ermöglicht wird und es nicht zu einer Isolation von Gruppen beispielsweise hinter disruptiven kognitiv-linguistischen Formen,beobachtbar etwa in der Differentiation spezifischer Berufsgruppen, kommt.

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