ePoller in Deutschland

Paul Fuerst - Dr. Schnabel von Rom (Plague doctor) (Quelle: Wikimedia Commons)

Die Deutsche Unternehmerin Margret Käsbohrer hat ein Problem. Eigentlich ist ihr Familienunternehmen, das sie bereits in der vierten Generation leitet, als verläßlicher Partner des Straßenbaus bekannt. Die Käsbohrer Fundamente GmbH liefert seit vielen Jahren Maschinen und Material. Die Geschäfte liefen bisher gut und selbst das Problem, dass Käsbohrer nun plötzlich hat, klingt erst einmal nicht danach: Noch nie haben sich soviel Menschen für eines ihrer Produkte interessiert. Das Produkt um das es geht ist der „ePoller“.

„Ja, genau,“ sagt Margret Käsbohrer mit einem Seufzen. „Sprechen sie es laut aus, dann wissen Sie welches Problem wir gerade haben.“ Dabei ist die resolute 59jährige Geschäftsführerin voll von ihrem Produkt überzeugt: „Ein fantastischer Poller. Robust. Ausgelegt auf lange Haltbarkeit. Minimaler Reparaturaufwand, selbst wenn er häufig benutzt wird. Und natürlich elektronische Steuerung über passive Schlüssel, die sie überall anbringen können. Daher der Name.“

Während im fernen Afrika nun eine Seuche mit einem verblüffend ähnlichen Namen grassiert muß die rheinland-pfälzische Geschäftsfrau um ihr Unternehmen fürchten. „Das schlimmste sind die ganze Scherzbolde. Wissen Sie wieviele jeden Tag bei uns anrufen? Fast schlimmer sind noch die Oberlehrer, die unserer Verkaufsabteilung erzählen wollen, was für ein schamloses Unternehmen wir sein müssen, weil unser Produkt diesen Namen trägt. Die Scherzbolde sind ja meistens gleich wieder weg. Aber diese Oberlehrer…“ Sie seufzt erneut und schüttelt den Kopf. Nachdem das Unternehmen inzwischen telefonisch kaum noch zu erreichen ist und auch die Käsbohrer-Website unter dem Ansturm der Neugierigen zusammengebrochen ist, sind die Bestellungen bei dem mittelständischen Unternehmen eingebrochen.

Unterstützung kommt inzwischen aus der Politik. Doch es gibt wenig was man tun kann, gibt Landrat Heuninger von der CSP zu. Obwohl der kleine Landkreis nicht mit irgendwelchen Katastrophen gerechnet hat, stellt Landrat Heuninger nüchtern fest: „So kommt die Seuche auch zu uns.“ Angesichts der dramatischen Lage kann Käsbohrer auch Entlassungen nicht mehr ausschließen. „Ja, auch bei uns gibt es Opfer,“ faßt es Margret Käsbohrer mit der Klarheit einer Frau zusammen, die sich auf das Schlimmste einstellen muß.

Selbst eine Umbenennung des ePollers hat bisher keine Besserung der Lage gebracht. Immer noch verbreitet sich die Nachricht von Käsbohrers Bauteil ungehemmt. „Gerade in diesen Zeiten kann es sich Deutschland nicht leisten, dass wir in Mitleidenschaft gezogen werden,“ meint Landrat Heuninger. „Aber wir waren einfach nicht darauf vorbereitet.“

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