Vergessliche Weihnachten Teil 1

Alexander Borisov - Reindeer (Quelle: Wikimedia Commons)

Es begann mit einem Krachen auf dem Dach. Es krachte so laut, dass Vater seinen Grog verschüttete, von dem er beim Sortieren der Rechnungen fast schon zuviel getrunken hatte.

„Es hat gekracht,“ bemerkte Leilah.

„Ist das der Weihnachtsmann?“ fragte Sophia.

„Der Weihnachtsmann kracht nicht,“ stellte Mutter fest und legte den Taschenrechner beiseite, mit dem sie die Kosten möglicher Weihnachtsgeschenke ausgerechnet hatte.

„Dann müssen wir wohl nachsehen,“ sagte Vater und erhob sich aus dem Sessel am Fernsehkaminfeuer.

Vater schwankte die Treppe hinauf, während Leilah und Sophia ihm hinterher stürmten.

Oben auf dem Dachboden klappten sie das Fenster auf und sahen in die 5-Uhr-Nachmittags-Dunkelheit hinaus.

Vor ihnen auf den Ziegel lag etwas flauschiges.

„Ist das der Weihnachtsmann?“ fragte Sophia.

„Der Weihnachtsmann hat kein Geweih,“ stellte Mutter fest, die inzwischen auch hinzugekommen war.

Zu viert schauten sie aus der Dachluke heraus, bis Mutter das flauschige Ding mit ihrem Kugelschreiber anstupste.

Das Ding sprang auf: „Man will mich ermorden! Man will mich ermorden!“ Und sah dann zutiefst erschrocken die Familie an.

„Du bist nicht der Weihnachtsmann?“ fragte Sophia mit Enttäuschung in der Stimme.

„Ich bin… Ich bin nicht der Weihnachtsmann?“ fragte das Ding und sah Vater, Mutter, Leilah und Sophia aus den großen Augen unter dem großen Geweih hervor an.

„Nein, Du bist ein Rentier!“ schlußfolgerte Leilah scharf.

„Ich bin ein Rentier?“ sagte das Rentier und stand dabei sehr ratlos auf dem Dach herum. „Woher weißt Du das ich ein Rentier bin?“

„Du hast ein Geweih, ein flauschiges Fell und eine ziemlich große Nase,“ erklärte Leilah.

Das Rentier schielte an der eigenen Nase herunter. „Ja, das stimmt. Meine Nase ist sehr groß.“

„Rentier oder nicht, Du kannst nicht auf dem Dach bleiben,“ sagte Mutter.

„Genau, komm doch rein,“ meine Vater und wenige Momente später stand das Rentier in der Wohnung und nahm den ganzen Platz zwischen Adventskranz und Mistelzweig ein.

„Und wie kommst Du auf unser Dach?“ fragte Sophia.

„Ja, das ist eine gute Frage,“ sagte das Rentier und versuchte sich mit einer Hufe am Kopf zu kratzen, was ihm nicht so recht gelang, ebenso wenig wie das Erinnern.

Wird fortgesetzt…

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