Krankschreibung

Goya - Goya Attended by Doctor Arrieta (Quelle: Wikipaintings)

„Herr Walter, Sie sind krank.“

„Das kommt mir jetzt aber äußerst ungelegen. Läßt sich das nicht verschieben?“

„Ich bedauere. Es bleibt mir garnichts anderes übrig als sie krank zu schreiben.“

„Schreiben Sie doch einfach etwas anderes.“

„Herr Walter, was soll ich denn schreiben? Sie sind krank.“

„Schreiben Sie… Schreiben Sie, ich sei schwer erreichbar.“

„Hören Sie, Sie sind derzeit ansteckend…“

„Aber ist das denn so schlimm? Ansteckend sind viele Dinge. Gähnen beispielsweise.“

„Herr Walter, ich…“

„Oder Ohrwürmer.“

„Herr Walter, wollen Sie etwa, dass ich sie einweise?“

„Einweisen? Nein, das wirklich nicht.“

„Sehen Sie, dann schon lieber krank schreiben, oder?“

„Nun gut. Aber nur bißchen…“

„Natürlich, Herr Walter. Ich werde aufschreiben, dass sie nur ein bißchen krank sind.“

„So 60%? Oder besser 50%…“

„Herr Walter!“

„Okay, 60% ist auch in Ordnung. Dann kann immer noch 40%…“

„Frau Schneider, rufen Sie einen Krankenwagen!“

„Okay, ich habe verstanden. Sie sind ein unnachgiebiger Verhandler. Dann bin ich eben 100% krank, wenn Ihnen soviel daran liegt.“

„Und davon nehmen Sie bitte dreimal täglich 10 Tropfen.“

„Unverdünnt?“

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