Nachrichten von der Vergangenheit der Zukunft

Jean-Leon Gerome - The Arab and his steed (Quelle: Wikiart)

Ausschnitt aus einem Geschichtsbuch des Jahres 2056:

Die ersten durch Dürren bedingten Hungerrevolten des Klimawandels begannen im Jahre 2010 und wurden seinerzeit fälschlicherweise als „Arabischer Frühling“ bezeichnet. Die sich daraus entwickelnden politischen Konflikte wurden religiös verbrämt und führten zum Aufstieg von Milizen, die sich unter dem Namen „Islamischer Staat“ zusammenschlossen und versuchten die geschwächten politischen Regime des Nahen Ostens und der arabischen Welt zu stürzen, die die Versorgung ihrer Bürger nicht mehr sicherstellen konnten.

Die folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen um die verbleibenden Ressourcen dieser Staaten führten zu großen Flüchtlingsströmen, die zusammen mit anderen Klimaflüchtlingen den Druck auf die vom Klimawandeln noch wenig betroffenen Staaten in den klimatisch gemäßigten Breiten Europas weiter erhöhte. Das Ausmaß der durch den Klimawandel herbeigeführten ökologischen, ökonomischen und sozialen Spannungen wurde von den Einwohnern dieser Länder seinerzeit weitgehend ignoriert, während in der populistischen Reaktion stattdessen religiöse und politische Konflikte für die Flüchtlingsströme verantwortlich gemacht wurden.

Der im Laufe der folgenden Jahre anhaltende Druck der Flüchtlingsströme führte in den klimatisch gemäßigten Ländern Europas deshalb nicht zu den notwendigen gesellschaftlichen Diskussionen über die sich verändernden ökologischen Herausforderungen, sondern zu nationalistischer und rassistischer Radikalisierung, die die innere Stabilität auch dieser Staaten gefährdete. Die sich daraus ergebende Polarisierung zwischen Europa und den vom Klimawandel stärker betroffenen Nationen mündete schließlich in die mit Religion und Ideologien begründeten politischen und militärischen Konflikte, die diese Weltregion im Laufe des 21sten Jahrhunderts bestimmen sollten.

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5 Antworten zu Nachrichten von der Vergangenheit der Zukunft

  1. Frau Körb schreibt:

    Verehrtes Geschichtskonglomerat,
    Sie haben einen Faktor vergessen: die Macht des Eichhorn. Natürlich ist auch in diesem Fall nicht der hochgeschätzte Herr Dr. Eichhorn gemeint, sondern die breite Masse der roten und schwarzen Schwanzträger. Im Jahre 2010 begann eine Modifikation des Erbgutes, welches Tiere der Farbe ratz hervorbrachte, die sich wiederum ähnlich ihrer Namensvettern verhielten und begannen, die Gesellschaft zu unterwandern. In geheimbundähnlichen Verbindungen rissen sie die Fäden von Wirtschaft und Politik an sich, vergruben sie, um die Stelle der Beerdigung sofortig zu vergessen und so den Untergang der modernen Zivilisation in den folgenden Jahren zu beschleunigen.
    Zurück aus der Zukunft betrachtend stellt sich jetzt die große Frage, wie man der schwarzroten Koalition Widerstand leisten kann. Vorschläge?
    Mit besten Grüßen
    Frau Körb

    • kaminkatze schreibt:

      Sehr geehrte Frau Körb,

      Vielen Dank für den Hinweis. Das ist ein äußerst interessanter Sachverhalt, der uns bisher unbekannt war, aber je genauer man darüber nachdenkt, desto zwingender erscheint dahinter die Logik.

      Wir werden unseren Zoologen, Dr. Eichhorn, mit einem eingehenden Gutachten beauftragen und wir sind uns sicher, dass er – ganz unparteiisch – zu einer Lösung des gegebene Problems wird beitragen können.

      • Frau Körb schreibt:

        Geschätzte Redaktion,

        aufgrund Ihrer dauerhaften Wortlosigkeit bin ich etwas in Sorge, ob Sie vielleicht in einem der zahlrreichen Marschzüge in Ihrer Umgebung unter die Stiefel geraten sind. https://fhaincontemporary.files.wordpress.com/2015/11/doof.jpg?w=653&quality=80&strip=info
        Wenn bei Ihnen die Hasen, die Grauen, die Brauen und die Bunten laufen, so scheint es wohl schwer, die Stimme gegen den Strom hörbar zu machen.
        Ich bitte Ihre gesamte Redaktion – ich bitte Sie als mein Mentor beim Gegen-den-Wind-Wortpinkeln inständig, weitere Bissigkeiten zu produzieren und weiterhin bissig zu provozieren!
        Mit heute musikalischen Grüßen

        Ihre Frau Körb

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Vielen Dank für ihre Mitgefühl. Sie haben natürlich völlig recht, dass die Redaktion in der letzten Zeit sträflich nachlässig war. Sobald die aktuelle Arbeitsbelastung kontrollierbare Maßstäbe erreicht hat, wird die Redaktion ihre Textproduktion wieder aufnehmen.

        Wir hoffen, dass wir damit ihre Geduld nicht allzu sehr strapazieren. Ihre mahnenden Worte sind uns eine Verpflichtung!

      • Frau Körb schreibt:

        Verehrte Redaktion,
        es ist wieder Zeit, im Herzen wird es warm, erheben wir die Tassen und singen gemeinsam – in diesem Jahr schicke ich Ihnen den ideellen Glühwein in einer Version, die den Folgen des Alkoholabusus schon vorher entgegenwirkt.
        Mit herzlichen Grüßen
        Frau Körb

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