Griechenlands Reformpläne – Ein Kommentar

Vasiliy Polenov - Acropolis/Parthenon (Quelle: Wikimedia Commons)

Zum Griechischen Reformpaket eine Einschätzung unseres investigativen Journalisten Rhintosseros:

„Das es um Griechenlands Wirtschaftslage nicht gut bestellt ist, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Die heute verabschiedeten Reformpläne sollen daran etwas ändern. Aber gerade für den Deutschen Steuerzahler ist es von großer Bedeutung, doch einmal einen Blick in das Dokument zu werfen. Schnell offenbart sich dabei, wie wenig durchdacht die Pläne tatsächlich sind. Eine überoptimistische Annahme reiht sich an die nächste und insgesamt ergibt sich das Bild eines Landes, dass offensichtlich seine Lage nicht versteht.

Dass die Griechen das selber zumindest ahnen, ist bereits zu spüren, wenn man die verantwortliche Außenstelle der Griechischen Regierung besucht: Viele farbige Aufsteller und die Bilder von weißen Stränden sollen den mißtrauischen Besucher in Sicherheit wiegen. Doch wenn man hart nach den Plänen für das Land fragt, dann erntet man erst einmal nur dumme Gesichter. Erst nach mehrmaligem Nachfragen wollten die Beamten dann schließlich das relevante Dokument dem Korrespondenten überantworten.

Bereits das Deckblatt ist Augenwischerei: Auch hier wird versucht mit Bildern von Sehenswürdigkeiten und glücklichen Menschen auf sommerlichen Sandsträngen versucht das Bild zu vermitteln, wieviel Griechenland doch zu bieten hat. Darüber steht der Schriftzug „Griechenland 2015“ und der Name des verantwortlichen Herausgebers: „TUI“, offensichtlich handelt es sich dabei um das „Transfer-Union Institut“. Dem Leser schwant Übles.

Das Dokument selber preist diverse, über das ganze Land verteilte Immobilien an, in die westliche Anleger investieren sollen. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei um Schnäppchen zu handeln („ab 279,- Euro“), zeigt sich darin doch der Preisverfall der Griechischen Immobilien. Doch wenn man dann genauer ins Kleingedruckte schaut, bemerkt man erst, dass man die Immobilien bestenfalls für 14 Tage erwerben kann. Auch wenn man bedenkt, dass manch eine der Immobilien sogar mir Haustieren und Personal verkauft werden, so sind solche Angebote für Investoren vollkommen inakzeptabel, selbst wenn eine Strandlage hinzukommt.

Kurz gesagt: Offensichtlich ist der von der TUI ausgearbeitete Rettungsplan für Griechenland bestenfalls eine Schmierenkomödie und versuchter Immobilienbetrug. Offensichtlich will die Griechische Regierung die Leichtgläubigkeit der anderen EU-Staaten weiter ausnutzen und sie in die Irre führen.

Es kann deshalb nicht deutlich genug gesagt werden: Griechenlands Zeit ist abgelaufen. Auch wenn der TUI-Katalog weiterhin eine Nachsaison anpreist. Es darf keine Verlängerungen mehr geben!“

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