Ein Rückblick auf die Prognose

John William Waterhouse - Consulting the oracle (Quelle: Wikimedia Commons)

Die Zeit der Prognosen ist vorüber. Prof. Dr. Dr. Ute Scheibenreuther kann sich zurücklehnen: „Wir haben das ausgesprochen anstrengende Jahresende hinter uns,“ sagt sie durchaus mit Stolz in ihrer Stimme. Wie jedes Jahr hat Dr. Scheibenreuther und das von ihr geleitete Deutsche Prognoseinstitut (DPI) viel zu tun gehabt, die Wünsche nach Prognosen für das kommende Jahr zu befriedigen. Das hoch spezialisierte Institut ist nur eine von vielen Deutschen Einrichtungen, die die Wünsche der Wirtschaft, Politik und Kultur nach wissenschaftlichen Ausblicken befriedigt.

Während sich im Fernsehen die Jahresrückblicke mit den Trendsendungen für das nächste Jahr mischen und der sogenannte Rat der Wirtschaftsweisen mit seinen Entwicklungsprognosen alle Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen, sind es Institute wie das von Dr. Scheibenreuther, die auch die weniger offensichtlichen Anfragen beantworten. „Sie wären überrascht, wer bei uns alles anklopft,“ erklärt Dr. Scheibenreuther mit einem Lächeln. „Da ist durchaus auch der Hundezüchterverein aus der Provinz dabei, der etwas über die Welpenwünsche der Deutschen im kommenden Jahr wissen will.“

Umfangreiche Analysen mit Schaubildern, Schemata und Statistiken sind das Ergebnis dieser Arbeit und um diese parat zu haben, wenn die Anfragen eintreffen, wird das ganze Jahr rund um die Uhr gearbeitet. Eine spontan angefragte Prognose zum Jahresende würde nicht ausreichen, da sie dann nicht selten knapp werden. „Eine gute Prognose braucht Zeit,“ sagt etwa auch Dr. Thomas Sloczek von Consulting Partners for Forecasting and Prognostication (CPFP). „Da muß man schon im voraus ran, damit man sie dann auch parat hat, wenn sie verlangt wird.“

Dr. Scheibenreuther kann dem nur zustimmen: „Wir prognostizieren bereits am Anfang des Jahres welche Prognosen am Ende des Jahres gebraucht werden, so können wir uns einen Vorrat erarbeiten, den wir dann auch meistens dringend nötig haben, um alle Anfragen bedienen zu können.“

Kritik an ihrer Branche, dass im voraus prognostiziert produzierte Prognosen im Laufe des Jahres ihre Gültigkeit verlieren, wollen weder Dr. Scheibenreuther, noch Dr. Sloczek gelten lassen: „Die Branche ist seit ihrer Gründung in Delphi vor mehr als 2000 Jahren im Geschäft,“ erläutert Dr. Sloczek. „Wir wissen wie das Geschäft mit Prognosen funktioniert.“

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